CCM und der Optimizer Smart

CCM-Technologie

Kardiale Kontraktilitätsmodulation (Cardiac Contractility Modulation, CCM) ist eine einzigartige und innovative Therapiemethode zur Behandlung von Patienten mit mäßiger bis schwerer CHF, die trotz optimaler medikamentöser Therapie symptomatisch bleiben. CCM-Signale sind spezielle elektrische Impulse, die von dem implantierbaren Optimizer Smart-System während einer Phase der Herzaktion (der absoluten Refraktärphase, d. h. der Phase unmittelbar nach der Erregung des Herzens) abgegeben werden. Studienergebnisse belegen, dass CCM-Signale die Kontraktilität des Herzens signifikant steigern können, indem sie die Herzmuskelfunktion und die Expression bestimmter Proteine – und damit auch die Herzfunktion – bessern. So stellt CCM die einzige Therapieform dar, durch die das Herz tatsächlich trainiert wird.

In europäischen klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass die CCM-Behandlung sicher ist und die körperliche Belastbarkeit und Lebensqualität von Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz und normaler QRS-Dauer signifikant verbessert.

Optimizer Smart

Der Optimizer Smart ist ein Gerät, das sich mit minimal-invasiver Technik implantieren lässt, und das entwickelt wurde, um Patienten mit CHF zu behandeln, die trotz geeigneter medikamentöser Therapie symptomatisch sind. Das Wirkprinzip des Geräts beruht auf der neuartigen Kardialen Kontraktilitätsmodulation (CCM), bei der elektrische Impulse abgegeben werden, die nicht zu einer Herzkontraktion führen.

Das Optimizer-System stellt für etwa 70 % der Patienten mit CHF, fortgeschrittenen Symptomen und normaler QRS-Dauer – also für Patienten, für die eine Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) nicht geeignet ist – eine Therapiemöglichkeit auf Grundlage eines implantierbaren Systems dar.

Der Optimizer Smart implantierbare Impulsgenerator (IPG) nimmt die elektrische Aktivität des Herzens wahr und gibt während der absoluten Refraktärphase (unmittelbar nach der Herzkontraktion) CCM-Signale über zwei Elektroden ab, die in der rechten Herzkammer platziert sind. Das Gerät ist etwas so groß wie ein Defibrillator.

Die Optimizer-Systeme, einschließlich der Optimizer III und Optimizer IVs, sind während der letzten zehn Jahre bei mehr als 3000 Patienten implantiert worden.

Das Optimizer Smart Ladesystem. Patienten können den Impulsgenerator eigenständig zu Hause im wöchentlichen Turnus mit einem Ladesystem aufladen. Regelmäßiges Aufladen des Implantats stellt sicher, dass das Gerät über Jahre hinweg CCM-Signale abgeben kann, wodurch die Notwendigkeit eines Optimizer Batteriewechsels minimiert wird. Über die Anzeige am Ladegerät erhalten die Patienten Anweisungen und Rückmeldungen zum Ladevorgang.

Programmiergerät OMNI II mit Anwendungssoftware für den Optimizer Smart. Das tragbare Programmiergerät ermöglicht dem Arzt die Optimizer Signalparameter an die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Patienten anzupassen. Mittels dynamischer Auswertungen anhand des Patienten-EKGs und Marker-Kanälen kann die CCM-Signalabgabe optimiert werden.

„Optimizer“ ist ein eingetragenes US-Markenzeichen der Firma Impulse Dynamics N.V.

Der Eingriff

Der Impulsgenerator Optimizer Smart ist ein kleines Gerät, das äußerlich einem Schrittmacher ähnelt. Üblicherweise wird es vorne oben rechts am Brustkorb unter die Haut eingesetzt und mit zwei handelsüblichen Schrittmacherelektroden verbunden, die durch das Venensystem in die rechte Herzkammer eingeführt werden. Eine optionale zusätzliche Elektrode kann zur Aufnahme der Vorhofaktivität verwendet werden. Die beiden anderen Elektroden nehmen die Aktivität der rechten Herzkammer (Ventrikel) wahr und geben die CCM-Signale ab. Die Ventrikelelektroden werden im Abstand von mindestens 2 cm voneinander am Kammerseptum (der Scheidewand zwischen linker und rechter Hauptkammer) platziert. Das System hat den Zweck, die Stärke der Herzkontraktion zu beeinflussen, nicht den Rhythmus wie ein Schrittmacher oder Defibrillator. Die CCM-Therapie wird in regelmäßigen Abständen über den Tag abgegeben.

Mit dem Optimizer-Ladegerät ist das Aufladen des Systems zu Hause einfach zu bewerkstelligen. Das Ladegerät sollte wöchentlich zur Anwendung kommen; eine typische Ladesitzung dauert etwa 40-60 Minuten.

FAQ

Worin unterscheidet sich das Optimizer System von anderen Implantaten zur Behandlung der Herzinsuffizienz?

Zurzeit gibt es keine anderen Systeme, die eine mit dem Optimizer™ vergleichbare Therapie ermöglichen. Schrittmacher, Defibrillatoren und CRT-Systeme dienen alle dazu, Probleme mit dem Herzrhythmus bzw. eine kardiale Dyssynchronie zu behandeln. CRT-Systeme können die Herzleistung bessern, aber sie helfen nur einer kleinen Gruppe von Patienten (etwa 30-40 % der Population mit CHF), bei denen eine Dyssynchronie vorliegt. Die Aufgabe des Optimizer-Systems ist es dagegen, die Kontraktionsstärke des Herzmuskels zu beeinflussen – nicht den Rhythmus. CCM ist die einzige Therapieform, bei der das Herz tatsächlich trainiert wird.

Welchen Einfluss hat der Optimizer Smart auf mein tägliches Leben?

Die meisten Patienten, bei denen ein Optimizer implantiert wird, merken schon wenige Wochen nach der Implantation eine Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit. Tätigkeiten wie Laufen und Treppensteigen werden oft einfacher und Empfindungen wie Kurzatmigkeit seltener. Patienten bemerken unter Umständen auch, dass sie sich nach einfachen Tätigkeiten seltener zum Ausruhen hinsetzen müssen, fühlen sich möglicherweise nicht mehr so müde und abgeschlagen und müssen eventuell weniger häufig in stationäre Behandlung aufgenommen werden. Diese Veränderungen werden von Prozessen verursacht, die durch die CCM-Impulse ausgelöst werden und die auf die Funktion und Expression bestimmter Proteine im Herzen Einfluss nehmen und auf diesem Weg die Funktion der Herzmuskelzellen beeinflussen.

Wie muss ich mir den Eingriff zur Implantation des Optimizer vorstellen?

Normalerweise werden Systeme für das Herz unter örtlicher Betäubung implantiert. Es ist kein Eingriff am offenen Herzen erforderlich, und die meisten Patienten werden nach wenigen Tagen oder noch früher nach Hause entlassen. Patienten können meist schon kurz nach der CCM-Implantation ihre üblichen Alltagsaktivitäten wiederaufnehmen.

Mit welcher Art von Nachsorge muss ich nach der Implantation rechnen?

Ärztlicherseits werden regelmäßige Kontrollen angesetzt, die für alle Patienten zu einem normalen Bestandteil ihres Alltags werden. Eine kleine Speicherkarte im Ladegerät zeichnet Daten zur Aktivität des Implantats auf. In der Klinik werden diese Informationen mit einem speziellen Programmiergerät von der Speicherkarte gelesen, um herauszufinden, wie viel Therapie abgegeben wurde und um die Abgabe der CCM-Signale zu optimieren. Routinemäßige Nachkontrollen und die Systemüberwachung helfen sicherzustellen, dass das System den gesundheitlichen Anforderungen des Patienten entspricht.

Wann werden elektrische CCM-Impulse abgegeben? Werde ich diese spüren können?

Anders als bei Defibrillatoren und Schrittmachern werden die CCM-Impulse in regelmäßigen Abständen über den Tag verteilt abgegeben und normalerweise von Patienten nicht wahrgenommen.

Übernimmt die Krankenversicherung die Therapiekosten?

Ja, in Deutschland (DRG F01A/OPS-Code 5-379.80), Österreich, Italien und Russland werden die Kosten für die CCM-Therapie übernommen und auch in anderen Ländern laufen Kostenübernahmeanträge.

Kommt die Therapie für mich infrage?

Für CCM geeignete Patienten

Die CCM-Therapie mit dem Optimizer-Impulsgenerator ist für Patienten indiziert, die unter mäßiggradiger bis schwerer Chronischer Herzinsuffizienz (NYHA-Stadium III) leiden und deren Symptome sich unter medikamentöser Therapie nicht bessern. Die CCM-Therapie ist am besten für Patienten mit einer EF > 20 % und normaler QRS-Dauer unabhängig vom zugrundeliegenden Herzrhythmus geeignet, bei denen andere implantierbare Systeme wie CRT mit Schrittmacher-Funktion keine Vorteile bringen.
Bitte lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, ob die CCM-Therapie für Sie in Frage kommt.

Verträglichkeit mit einem ICD

Einige Patienten, bei denen die Implantation eines Optimizer Smart indiziert ist, benötigen zusätzlich ein ICD oder haben schon ein solches implantiert bekommen. Dieses beeinflusst weder die CCM-Behandlung, noch verhindert es die Implantation des Optimizer Smart, die normalerweise in einem separaten Eingriff erfolgt. Das CCM-Implantat ist geeignet, parallel zu einem ICD zu arbeiten und verursacht im Allgemeinen keine Unterbrechung der ICD-Funktion.

Fragen Sie Ihren Arzt

Wenn Sie an mäßiggradiger bis schwerer Herzinsuffizienz leiden und trotz medikamentöser Behandlung keine Besserung erfahren, fragen Sie Ihren Arzt nach der CCM-Therapie. Sie können diese Seite ausdrucken und beim nächsten Arztbesuch mitnehmen:

CCM (kardiale Kontraktilitätsmodulation, Cardiac Contractility Modulation) ist eine innovative Therapie zur Behandlung herzinsuffizienter Patienten mit normaler QRS-Dauer. Bei der CCM-Therapie werden vom implantierbaren Optimizer-System nicht-exzitatorische Signale innerhalb der absoluten Refraktärphase an das Herz abgegeben. Diese Impulse trainieren das Herz und erhöhen dessen Ejektionsfraktion.

In europäischen Studien konnte gezeigt werden, dass die CCM-Behandlung sicher ist und die körperliche Belastbarkeit und Lebensqualität von Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz und normaler QRS-Dauer signifikant verbessert. Das Optimizer-System ist eine mögliche Behandlungsoption für CHF-Patienten auf Grundlage eines implantierbaren Systems.

Der Optimizer-Impulsgenerator verfügt über die CE-Zulassung. Kürzlich wurde in den USA ein Studie begonnen, die die Resultate einer früheren Studie bestätigen und uns so einen Schritt weiter zur Zulassung durch die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA bringen soll.

Wie bekomme ich das System?

Übersicht der implantierenden Kliniken

Interview with Prof. Dr. Carsten Tschöpe