Chronische Herzinsuffizienz

Was versteht man unter CHF?

Zu einer chronischen Herzinsuffizienz (CHF=chronic heart failure, „Herzschwäche“) kommt es dann, wenn das Herz aufgrund verringerter Pumpleistung nicht in der Lage ist, die zur Versorgung des Körpers notwendige Blutmenge zu pumpen. In der Medizin wird die Pumpleistung u.a. anhand einer als „Ejektionsfraktion“ (EF) bezeichneten Größe eingeschätzt. Der Normalwert der EF beträgt über 55%; aber bei CHF liegt dieser Wert gewöhnlich bei unter 45-50%. In den meisten Fällen wird Herzinsuffizienz verursacht durch Schädigung des Herzmuskels infolge eines Herzinfarkts, einer unbehandelter koronaren Herzerkrankung oder eines anhaltend hohen Blutdrucks. Zudem kann diese Erkrankung genetisch bedingt sein oder sich auch nach einer Infektion entwickeln.

Wie häufig ist CHF?

Herzinsuffizienz ist eine Erkrankung mit epidemischem Ausmaß. Weltweit sind mehr als 25 Millionen Menschen davon betroffen. Von je 10 Menschen im Alter von über 65 Jahren entwickelt jeweils einer eine Herzinsuffizienz (American Heart Association; www.americanheart.org).

Was sind die Symptome von CHF?

Zu den häufigsten Symptomen der Herzinsuffizienz gehören Kurzatmigkeit, Erschöpfung, Schwäche, anhaltender Hustenreiz und Probleme mit der Erledigung täglicher Aktivitäten wie Einkaufen und Treppensteigen. Weitere Anzeichen für Herzinsuffizienz können Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen, Füßen, im Bauch, unten am Rücken und in den Lungen sein.

Wie wird CHF behandelt?

Bei Herzinsuffizienz handelt es sich meist um eine chronische Erkrankung, die eine lebenslange Behandlung erforderlich macht. Einige Formen von Herzinsuffizienz werden mit Medikamenten oder implantierbaren Systemen wie Schrittmachern und implantierbaren Defibrillatoren behandelt. Diese Behandlungsformen sind allerdings nicht bei allen Patienten anwendbar und führen nicht immer zu einer Besserung der Symptome. Das Optimizer IVs System mit CCM Technologie wurde mit dem Ziel entwickelt, die Symptome der meisten Patienten zu verbessern, für die sich andere Behandlungsformen entweder nicht eignen oder bei denen sich andere Behandlungsformen als nur minimal wirksam herausgestellt haben.

Herzinsuffizienz-Therapie

Die Behandlung der Chronischen Herzinsuffizienz (CHF) ist von der jeweiligen Ursache abhängig. Allgemeine Therapieziele sind: Korrektur der auslösenden pathologischen Veränderungen, Besserung der Symptome, Vorbeugen einer Verschlimmerung der Krankheit, Verringerung der Anzahl stationärer Aufnahmen und eine Lebensverlängerung.

Alle Patienten mit CHF erhalten eine medikamentöse Therapie in Form von Diuretika („Wassertabletten“), Angiotensin-Converting-Enzym-(ACE-)Hemmern, Betablockern oder Aldosteron-Antagonisten (alle diese Medikamente blockieren das neurohormonale System im Körper), sofern dies ohne Nebenwirkungen möglich ist. Bei den meisten Patienten mit CHF wird auch ein ICD-System empfohlen, um möglicherweise lebensbedrohliche anomale Herzrhythmen zu behandeln. Patienten mit verlängerter QRS-Dauer und einer Dyssynchronie der Herzkammern (tritt bei etwa 30 % der Fälle auf) erhalten zusätzlich zu den Medikamenten und dem ICD auch kardiale Resynchronisationstherapie (Cardiac Resynchronization Therapy, CRT), d. h. einen speziellen Schrittmacher. Bei den meisten Patienten mit CHF ist die QRS-Dauer aber normal und eine CRT deshalb nicht hilfreich. Für diese Patienten, die etwa 70 % all derer mit CHF ausmachen, gab es bisher keine Therapiemöglichkeit mit einem implantierbaren System. Das Optimizer™-System von Impulse Dynamics bietet eine Lösung für Patienten mit mäßiggradiger bis schwerer Herzinsuffizienz und normaler QRS-Dauer.

Begriffe/Glossar

Ejektionsfraktion

Unter der Ejektionsfraktion (EF, auch „Auswurffraktion“) versteht man den Anteil der Blutmenge, die die Hauptkammer (linker Ventrikel) des Herzens pro Schlag auswirft. Ausgedrückt wird dies als Prozentsatz der Blutmenge in dieser Herzkammer am Anfang der Herzaktion. Das Herz wirft bei jeder Kontraktion normalerweise etwa 55-70 % des in den Kammern enthaltenen Blutes aus. Patienten mit CHF und einer Herzmuskelschwäche haben typischerweise eine EF von unter 45-50 %.

Kardiale Resynchronisationstherapie

Kardiale Resynchronisationstherapie (Cardiac Resynchronization Therapy, CRT): wird auch als biventrikuläre Stimulation bezeichnet und ist eine Therapieform bei CHF, bei der ein spezieller Schrittmacher eingesetzt wird, um die Aktionen von rechter und linker Herzkammer wieder miteinander zu synchronisieren. Eine Indikation zur CRT ist bei Patienten mit CHF gegeben, bei denen eine durch verlängerte QRS-Dauer gekennzeichnete kardiale Dyssynchronie besteht.

QRS-Komplex

Das hohe spitze elektrisches Signal im EKG (Elektrokardiogramm, die Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität), das zeitgleich mit der Ventrikelkontraktion auftritt. Die normale QRS-Dauer beträgt bis zu 120 ms (Millisekunden). D. h. der gesamte Herzmuskel wird innerhalb von 120 ms aktiviert. Bei vielen Patienten mit Herzinsuffizienz ist der QRS-Komplex ungewöhnlich lang. D. h. es dauert viel länger, bis alle Muskeln des Herzens aktiviert sind, und die Kontraktion wird dyssynchron. In solchen Fällen besteht möglicherweise die Indikation zur „kardialen Resynchronisationstherapie“ (CRT).

Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator

Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (Implantable Cardioverter Defibrillator, ICD): Dabei handelt es sich um Systeme, die das Herz auf potenziell gefährliche Rhythmen überwachen, z. B. auf Kammerflimmern, bei dem sich die Herzmuskulatur völlig chaotisch kontrahiert, so dass kein Blut gepumpt wird, oder auf Tachykardie (das Herz schlägt sehr schnell). Erkennt das ICD-System einen solchen Rhythmus, gibt es elektrische Impulse oder Schocks mit dem Ziel ab, das Herz wieder in einen normalen Kontraktionsrhythmus zu bringen. ICDs sind wichtig für die Lebensverlängerung einiger Patienten mit Herzinsuffizienz, therapieren aber nicht die Herzschwäche und helfen deshalb auch nicht, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern bzw. deren körperliche Belastbarkeit zu steigern.

Minnesota Living with Heart Failure Questionnaire

Minnesota Living with Heart Failure Questionnaire (MLWHFQ): Ein speziell für die Herzinsuffizienz ausgelegter Fragebogen, der von den Patienten ausgefüllt wird. Die darin 21 ausgewählte Fragen umfassen die spezifischen und typischen körperlichen, emotionalen, sozialen und geistigen Veränderungen der Lebensqualität, die bei Herzinsuffizienz auftreten. Die Patienten beurteilen jeden Punkt auf einer Skala von 1 bis 6, wobei „1“ für eine gute und „6“ für eine schlechte Lebensqualität steht. Die Einschätzungen werden verwendet, um einen Gesamt-Index der Lebensqualität zu berechnen. Anhand des MLWHF-Fragebogens wird die Lebensqualität der Patienten quantifiziert und Änderungen der Lebensqualität infolge der Behandlung erfasst. Ein niedrigerer MLWHFQ-Punktwert steht mit einer verbesserten Lebensqualität in Zusammenhang.