„Plötzlich wurde mir klar, dass ich ohne Probleme die Treppen hochlaufen konnte…“

„Ich habe immer hart gearbeitet, drei Firmen aus dem Nichts aufgebaut. Wir bieten Ferntransporte und andere Dienstleistungen für die Industrie an. Ich arbeite sieben Tage in der Woche – aber das ist kein negativer Stress, das tut mir gut.

Tatsächlich fing alles damit an, dass ich Zucker hatte, mir das aber gar nicht aufgefallen war.

Im Spätherbst 2005 bekam ich plötzlich Schmerzen in der Brust. Ich dachte, das waren Verspannungen vom stundenlangen Sitzen vor dem Computer. Ich nahm Physiotherapie, aber nichts besserte sich. Später bat ich meine Frau, einen Arzt zu rufen, da die Beschwerden einfach nicht normal sein konnten. Und kurz danach fiel ich ins Koma… Erst 3 Wochen später bin ich aufgewacht. Man hatte mich ins Hamburger Klinikum St. Georg gebracht, wo sich zeigte, dass ich einen schweren Herzinfarkt hatte. Ich wurde sofort operiert. Die haben mir dort Venen aus den Beinen entnommen und damit mehrere Bypässe gelegt. Und ich war immer noch im Koma und wusste überhaupt nichts davon! Die Laborwerte zeigten, dass ich Diabetiker bin. Die Zuckerkrankheit hatte schon Spätschäden in meinen Füßen und Augen verursacht. Es hatte mich übel erwischt.

Für meine Tätigkeit, die körperlich sehr belastend ist, muss man einfach 100% fit sein! Oft muss ich vom Schreibtisch weg. Speditionsgelände, Hafenanlagen und Industriekomplexe haben eins gemeinsam: Riesenlange Wege — man muss total mobil sein. Trotz der Bypass-Operation war meine körperliche Leistungsfähigkeit aber schwer eingeschränkt. Ich konnte keine Treppen steigen, noch nicht einmal laufen. Fuhr in einem elektrischen Rollstuhl und habe über ein Jahr gar nicht mehr arbeiten können.

Vor eineinhalb Jahren erzählte mir dann Dr. Tönnis vom Klinikum St. Georg, dass es ein neues implantierbares System gibt, so etwas wie eine Pump-Unterstützung für das Herz. Er fragte, ob ich es versuchen wollte, und ich stimmte zu.

Der Eingriff verlief problemlos, auch die Krankenkasse (ich bin gesetzlich versichert) hat mitgespielt und noch nicht einmal nachgehakt. Wie sollten die auch – wo ich nur noch 30% Herzleistung hatte? So musste ich nur die tägliche Krankenhausgebühr bezahlen. Im ersten Monat nach dem Eingriff konnte ich insgesamt keinen Unterschied feststellen – ich war etwas enttäuscht. Am 13. September begann ich, eine Veränderung zu merken. An den genauen Tag kann ich mich deshalb erinnern, weil wir da aus dem Urlaub in Österreich zurückkamen und ich plötzlich merkte, dass ich Treppen steigen konnte. Und ich konnte mich bücken. Meine Leistungsfähigkeit war wirklich richtig hoch! Ich habe das gleich von den Ärzten kontrollieren lassen: Die stellten fest, dass mein Herz seine Leistungsfähigkeit verdoppelt hatte – von 30 auf 60 Prozent. Scheinbar hat mein Körper etwas Zeit gebraucht, auf das System anzusprechen. Dr. Tönnis sagte später, dass es drei bis sechs Monate dauern kann, bis die Wirkung eintritt.

Heute kann ich wieder arbeiten, mich bücken und rumlaufen. Der Eingriff hat mich richtig ins Leben zurückgeholt. Meine Leistungsfähigkeit ist wieder oben, und das ist für meine Arbeit unbedingt nötig. Natürlich gibt es ein paar kleine Einschränkungen. Zum Beispiel soll ich keine großen und schweren Gegenstände heben wie Fernsehgeräte oder große Kisten. Nicht wegen des Gewichts, sondern wegen des Ausstreckens der Arme dabei – sonst könnten die kleinen Drähte in meinem Brustkorb beschädigt werden. Natürlich kann ich nicht beim 100-Meter-Lauf mitmachen, aber drei oder auch vier Kilometer gehen. Darauf kommt’s mir an. Ich kann wieder normal leben.“

BEI DEN ERGEBNISSEN KANN ES INDIVIDUELLE UNTERSCHEIDE GEBEN